Zu einem spätnachmittäglichen Kammermusikkonzert mit zwei Violinen und Klavier hatte die Berufsfachschule für Musik am Kirchweihsonntag in den hauseigenen Konzertsaal eingeladen. Den Reigen erlesener kammermusikalischer Perlen eröffneten, der Intention des Tages angemessen, zwei sog. Kirchensonaten von Mozart, welche der Zuhörerschaft einen spannenden Konzertabend versprachen. Frisch, feinsinnig und mit transparenter Linienführung agierten die beiden Violinen, Prof. Joshua Epstein und Thomas Kaes, begleitet von der Pianistin Haether Epstein, deren Spiel sich nie in den Vordergrund drängte, sondern einfühlsam und subtil wirkte.

Sehr ausdrucksvoll mit abgestufter Dynamik und expressiver Tongestaltung hörten sich die langsamen Sätze in Händels Konzert g-moll an, während die schnellen Sätze in ihrem polyphonen Gewebe für die Zuhörer gut durchzuhören waren.

Wie schön und abwechslungsreich Kammermusik selbst nur für zwei Geigen sein kann, zeigten Bela Bartoks Duos für zwei Violinen. 12 von insgesamt 44 standen auf dem Programm, ein schier unerschöpflicher Reichtum an klanglicher und rhythmischer Vielfalt in der Tonsprache des 20. Jahrhunderts. Nicht nur in dem originellen Pizzicato, sondern auch in ihrem nahezu perfekten Zusammenspiel brachten die beiden Violinisten ihre meisterliche Beherrschung des Instruments mit ein.

Zu einem wunderbaren Klangstück geriet Regers Romanze für Violine und Klavier. Hier bestach Thomas Kaes mit warmem Ton und kunstvoll ausgespielten Kantilenen: Im Zusammenspiel mit dem Klavier ein wahres Kabinettstückchen.

Prof Epstein seinerseits bestach mit seiner unglaublichen Leichtigkeit des Geigenspiels in dem spanischen Tanz „Zapatheato für Violine und Klavier von Pablo de Sarasate. Beeindruckend waren die sicher und souverän gespielten virtuosen Flageolett-Passagen und Fingerpizzicati.

Das folkloristisch beeinflusste Trio für 2 Violinen und Klavier des tschechischen Komponisten Bohuslav Martinu mit einer Fülle von packenden Rhythmen, wunderschönen Klangfarben und musikalischen Stimmungen bildete den Abschluss. Hielt sich die Pianistin bisher eher zurück, so konnte sie hier, gleichberechtigt mit den beiden Violinen, ihre gestalterischen wie technischen Vorzüge meisterhaft zur Geltung bringen.

Die wundervolle, kurzweilige und auf hohem Niveau dargebotene Soiree lohnten die Zuhörer mit großem Applaus.

Kammermusikkonzert 2019

Kammermusikalische Perlen präsentierten v.l.n.r.: Thomas Kaes, Joshua Epstein, Heather Epstein (Bild: Jana Müller)

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