Gesang aus voller Brust

Es sind nur ein paar Minuten.

Trotz der relativen kurzen Zeitspanne kann eine Arie oder ein Lied aber große Auswirkungen auf die Karriere einer Sängerin haben.

Der Meisterkurs Gesang in der Berufsfachschule für Musik (BfM) förderte daher nicht nur die Freude an der professionellen Leistung, sondern wappnete zugleich für das Vorsingen, ohne das sich keine Tür zur Bühne öffnet. In der Herbstferien-Ruhe erkundeten zehn Sopranistinnen und Mezzos unter anderem aus Griechenland, Kroatien, Lettland und den Niederlanden ihren ureigenen Fundus an sängerischen und darstellerischen Möglichkeiten.

Wichtige Gefühle

Die motivierende Hilfestellung und Obhut übernahmen die Dozentinnen Sabine Lahm (Gesang) und Sandra Vucenovic (Korrepetition).

Dabei lag den Expertinnen vor allem die Freude am Gesang und die damit verbundenen Energie und Körperbeherrschung am Herzen. Erst diese Elemente veredeln den Gesang mit den so wichtigen Gefühlen, ohne die es nicht geht, schon gar nicht im Musiktheater, so die im Weimar lehrende Sabine Lahm.

Der brillante Feinschliff der intensiven, relativ ablenkungsfreien Arbeitswoche in der Oberpfalz bescherte nicht nur BfM-Leiter Benedikt Boßle Freude am „Singen und Klingen“ seines Hauses und vermittelte beim Abschlusskonzert durchaus den Eindruck von großer Oper – und das trotz des puristischen Rahmens, der den Fokus unmittelbar auf die Sängerinnen und ihre musikalischen Schokoladenseiten zentrierte. Letztere herauszufiltern sei ebenfalls wichtiger Bestandteil des Kurses, erläuterte Lahm bei ihrer ansprechenden Konzert-Moderation.

Meisterkurs 001

Meisterkurs 002

Fünf Arien

Zu Beginn der Karriere bräuchten die jungen Sängerinnen letztlich nicht mehr als fünf „Vorsing-Arien“, die aber perfekt sitzen müssen und obendrein idealerweise die künstlerische Persönlichkeit und die individuelle stimmliche Bandbreite widerspiegeln - „eine spannende Suche“.

So unterschiedlich die Herkunft der  beim Abschied auftretenden Meisterschülerinnen Georgia Gounari, Maja Muzar, Jana Lea Hess, Marija Grauba, Julia Pfänder, Anika Ram, Laura Cromm und Esther Ree, so unterschiedlich auch ihr Stimmcharaktere.

Auffallend jedoch die Gemeinsamkeit der musikalischen Mehrfachbegabung, finden sich in den Lebensläufen doch musikpädagogische Zusatzstudien, Abschlüsse in Violine, Kontrabass oder etwa ein Diplom in Musikwissenschaften.

Die mit Verve, Emotion und Ausdruck gebotenen Renommier-Arien und -Lieder offenbarten jedoch eine unverhohlene Leidenschaft für den Gesang, in welcher herausfordernden Ausprägung auch immer zwischen Händel, Mozart, Massenet, Brahms, Wagner, Verdi, Bizet, Bellini und Bizet.

Lob für Korrepetitorin

Höchsten Respekt verdiente zudem die Münchener Hochschuldozentin Sandra Vucenovic, die die gesamte Woche über als Korrepetitorin mehr oder weniger auf dem Klavierschemel festklebte und dennoch stets ein feines Ohr für die gestalterischen Feinheiten behielt und sich so tapfer wie unbeirrt durch eine Masse meterlanger Klavierauszüge kämpfte.

Text- und Bildquelle: Sulzbach-Rosenberger Zeitung Anke Schäfer