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„Sulzbach-Rosenberg: Lost in Space“ – Intergalaktisches Musiktheater

Sängerinnen und Sänger der Berufsfachschule für Musik präsentieren einen Einakter

Lost in Space

Die Hauptfachsänger-/innen des klassischen Zweiges führten am 8. Mai 2018 im Konzertsaal der Berufsfachschule „Sulzbach-Rosenberg: Lost in Space“ auf. Idee und Dialoge stammen von der kanadischen Regisseurin Andrea Mellis, die das Bühnenstück im Rahmen eines 2-tägigen Workshops mit den Sängerinnen und Sängern erarbeitet hat.

Geschehen in Sulzbach-Rosenberg. Völlige Dunkelheit im Konzertsaal. Plötzlich buntes flirrendes Bühnenlicht und sphärische, ächzende Klänge. Die Konzertbesucher finden sich in einem imaginären Raumschiff wieder, das aufgrund eines Programmierungsfehlers auf dem weit von der Erde entfernten Planeten „Maltimea“ gestrandet ist.

Szenenwechsel: Blau/grünes Bühnenlicht, unheimliche Atmosphäre. Plötzlich erscheinen 7 in blau und grün gekleidete Wesen, die sich sehr über die Raumschiff-Ankömmlinge und ihr mitgebrachtes „Hündchen“ wundern. Wer sind die „Gäste“? Gefährliche Invasoren oder hilfsbedürftige Flüchtlinge?

Dank hochentwickelter Computertechnik finden die Maltimeaner heraus, dass es sich bei den Ankömmlingen um Menschen von der Erde handelt, auf der hundert verschiedene Sprachen gesprochen werden und dass das „Hündchen“ ein primitives Instrument, ein Konzertflügel, ist, mit dem die Menschen Musik machen.

In ihrer eigenen Sprache beraten nun die 7 Maltimeaner, wie und ob sie mit den Menschen in Kontakt treten können bzw. sollen. Sie entschließen sich, das „primitive Instrument“ und den „primitiven Pianisten“ (Peter Steinfelder) für ihre Zwecke zu programmieren, um sich singend, in verschiedenen irdischen Sprachen, spielend und tanzend den Menschen verständlich zu machen.

Lost in Space

Zu Beginn beschreibt die Mezzosopranistin Elisabeth Daudrich ausdrucksstark eine sommerliche Morgenstimmung auf Maltimea in italienischer Sprache (A. Scarlatti, „Gia il sole dal Gange“). Eine Resonanz der Menschen bleibt aus.

In einer temperamentvollen und lebendigen Szene bereitet Leonhard Schaller als Figaro mit seinem sonoren Bariton und glänzender Spiellaune Cherubino (Elisabeth Daudrich) auf den Militärdienst vor (Mozart, Die Hochzeit des Figaro, Arie Figaro, „Non piu andrai“). Die Menschen klatschen zwar, doch diese Reaktion ist nicht die Erwartete.

Maria Siegl singt die Sequidilla der Carmen auf Französisch. Mit schönem Stimmklang gelingt ihr eine verführerische Darstellung (Bizet, Carmen, „Pres des remparts de Seville“). Außer Klatschen immer noch keine Reaktion!

Maria Siegl schnappt sich Leonhard Schaller. Die beiden singen tanzend sehr gefühlvoll in einer anderen Sprache: „All I ask of you von Andrew L. Webber. Auch diesmal keine Reaktion.

Unmut macht sich unter den Maltimeanern breit. Sind die Menschen zu primitiv, um ihre Sprachen zu verstehen?

Schließlich finden die Maltimeaner heraus, dass es sich bei den Erdbewohnern um Deutsche handelt. Sie sind erleichtert und programmieren sich entsprechend. Der erste Schritt zum Gelingen einer gegenseitigen Verständigung?

Die Maltimeaner assoziieren Deutschsein mit Schwermut und singen gemeinsam „Es geht ein dunkle Wolk herein“, ein altdeutsches Lied aus der Zeit des 30-jährigen Krieges. Die Deutschen bleiben trotz des intonationsreinen Ensembleklangs scheinbar unberührt. Die Stimmung ist gedrückt.

Lost in Space

Mit großer Stimme und herrlichem Timbre pirscht die Mezzosopranistin Isabel Grübl vor. „Ich lade gern mir Gäste ein“ (Johann Strauß, Die Federmaus, Couplet des Orlowski). Anschließend ein wunderbar vorgetragenes Duett mit Antonia Krämer und Tim Goldmann:„Bei Männern welche Liebe fühlen“ (Mozart, Die Zauberflöte).

Wieder ist Isabel Grübl dran. Lassen sich die Gäste durch eine Vertonung aus ihrem berühmtesten Nationalepos berühren? (Gounod, Faust, „Blümlein traut sprecht für mich“).

Hinreißend gespielt und mit professionellem Stimmklang entgegnet ihr Antonia Krämer , dass der Schritt vom Kennenlernen zum Ehestand auf Maltimea ganz klein ist (C. M. v. Weber, Der Freischütz, Arie Ännchen „Kommt ein schlanker Bursch gegangen“).

Ihr wiederum entgegnet Mara Sigel auf stimmlich und darstellerisch sehr überzeugende Weise: „Wir armen, armen Mädchen sind gar so übel dran“ (A. Lortzing, Der Waffenschmied, Arie Marie) .

Tim Goldmann setzt einen drauf.“Quatsch! Ein Mann, der liebt, ist arm dran. Seine Liebste wird ihm weggenommen, wenn er nur den Mund aufmacht“. Tim Goldmann gelingt mit großartigem Spiel und schönem Stimmtimbre ein überzeugender Vortrag (Mozart, Die Zauberflöte, Arie Papageno „Papagena! Papagena! Papagena!“).

Lost in Space

Schließlich setzt nochmal Antonia Krämer einen glanzvollen Höhepunkt mit erstklassigen Spitzentönen (Johann Strauss, Die Fledermaus, „Mein Herr Marquis“). Niemand kann sich den Menschen verständlich machen.

Wie endet die Begegnung? Die 7 Maltimeaner können trotz größter Bemühungen keinen Kontakt zu den deutschen Gästen herstellen und so werden diese mit Ensembleklang und Tanz nach Hause geschickt (Peter Kreuder, „Musik! Musik! Musik!“).

Im irdischen Bühnenlicht des Konzertsaales der Berufsfachschule werden die Sänger-/innen vom Pubikum mit langem Beifall belohnt.

Eine grandiose Leistung der einzelnen Sängerinnen und Sänger, die es, unterstützt von ihren Lehrern Hanna Eittinger, Dorothea Plohs, Jürgen Nennemann und dem Pianisten Peter Steinfelder, in kurzer Zeit geschafft haben, die eigene Sing- und Sprechstimme mit Körperbewegung derart zu koordinieren, dass die Ideen von Andrea Mellis überzeugend auf die Bühne gebracht werden konnten.

Toll, dass an der Berufsfachschule den Schülerinnen und Schülern mit Hauptfach Gesang ermöglicht wird, Bühnenerfahrungen zu sammeln. So hatten sie zum ersten Mal Gelegenheit, „Opernluft“ zu schnuppern.

Lost in Space

Jürgen Nenneman

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