Konzert der Berufsfachschule für Musik zum Annabergfest.

Unter den behütenden Blicken von Mutter Anna veranstaltete die Berufsfachschule für Musik ihr traditionelles Vokal- und Instrumentalkonzert am ersten Bergfestsonntag in der Wallfahrtskirche. Das Programm mit Musik aus dem 17. und 18. Jahrhundert diente den zehn Studierenden zugleich als Abschlusskonzert ihrer kammermusikalischen Ausbildung.

Annaberg 2017

Ralf Waldner, der am Cembalo saß und als musikalischer Leiter die einzelnen Stücke moderierte, begrüßte die Zuhörerschar in der voll besetzten Kirche. Zu Beginn erklang die Arie „Herr Gott Zebaoth, du herrschest“ von Johann Schelle. Komponiert für Bassgesang, zwei Violinen und Continuo, stellt sie, wie in der Barockzeit üblich, den Kontrast zwischen den hellen virtuosen Klängen der Saiteninstrumente und dem sonoren Gesang des Basses Johannes Daudrich heraus.

Mit den Stücken „Prins Robberts Masco Voorspel“ und „Nachtegael I/II“ des holländischen Komponisten T’Uitnement Kabinett wurde das Publikum von den Blockflötenduo Christiane Eichler und Julian Schmitz auf eine Reise in die naturliebende Biedermeierzeit mitgenommen. Die warmen Klänge der Holzblasinstrumente und das beschwingte Spiel des Cembalos unter den Händen von Sebastian Eck verdeutlichten die Verbundenheit zur Natur und schufen unter anderem Bilder zweier Nachtigallen, die ihr Konzert an einem lauen Sommerabend zum Besten geben.

Georg Friedrich Händels „Süßer Blumen Ambraflocken“ ist eine Arie für Sopran, Violine und Continuo. Die natürliche Leichtigkeit der jungen Stimme von Antonia Krämer wurde vom lieblichen Echo der Violinistin Julia Dimler komplettiert. Die Vertonung Händels Naturschilderungen dienen der Ehrerbietung Gottes und kamen in der Akustik Der Annakirche gut zur Wirkung.

Mit einer „Canzona“ für Blockflöte, Posaune und Continuo schuf der Komponist Giovanni Valentini nicht nur eine „Neue Klanglichkeit“, sondern bediente sich dabei auch des konzertanten Prinzips, also dem Wetteifern zweier Instrumentengruppen. Besonders das Wechselspiel zwischen den geerdeten, satten Pianoklängen des Posaunisten Jonas Pscherer und der vergleichsweise jugendlichen Leichtigkeit der Blockflötenklänge ist dabei hervorzuheben.

Das Marienlied „Ave, o Fürstin mein“ von Georg Kopp, ist ein geistliches Lied für Altus und Continuo. Gesungen wurde es von Sebastian Eck und von Ralf Waldner am Cembalo begleitet. Die männliche, weiche Altusstimme klang gerade im barocken Kirchenraum besonders authentisch.

Das Doppelkonzert in a-moll für zwei Violinen und Continuo von Antonio Vivaldi ging ganz besonders unter die Haut. Im grazilem Unisonospiel der sich gegenüberstehenden Violinistinnen Julia Dimler und Sonja Wölfl verschmelzen die beiden Instrumente zu einem Klang, um sich im Allegro feurig und prachtvoll zu entfalten

Mit einem Kleinod marianischer Musik von Fra Archangelo Crotti, „Sancta Maria, ora pro nobis“, für Altus, Violine, Posaune und Continuo verabschiedeten die Musiker sich von den Zuhörern und freuten sich mit strahlenden Lächeln auf den Gesichtern über ihren verdienten Applaus.

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