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So vielseitig kann Kammermusik sein! – Ein Jubiläumskonzert der Extraklasse

250 Jahre Klosterkirche St. Hedwig!

Benefizkonzert 2016

Dieses Jubiläum war für die BFS Anlass für ein Benefizkonzert der Extraklasse. Den Anfang machte das „Hedwigslied“. Die 12 Mitglieder der Kammermusikklasse und ihre beiden Leiter Anke Trautmann und Ralf Waldner formierten sich hierfür zu einem stimmschönen Kammerchor.

In ihrer Eingangsmoderation beschrieb Anke Trautmann anschließend kurz das Wirken der heiligen Hedwig:

Gotteslob zum einen - Blick und Hilfe für menschliches Leid zum anderen - das waren die Triebfedern der großen Heiligen des Mittelalters.

Hier setzte auch der dramaturgische Spannungsbogen des Konzertes an:

Auch in der Kunst des Barock war diese Bipolarität impulsgebend.

Zum einen die Verherrlichung menschlicher Macht und Größe oder in der geistlichen Kunst das „Soli Deo Gloria“, auf der anderen Seite die Rückbesinnung auf das menschliche Elend, die Passion.

So boten die jungen Studierenden unterschiedlichst besetzte Stücke dar, die teils festlichen Charakter hatten aber auch besinnlich, nachdenklich stimmten.

In ihrer gleichwohl unterhaltsamen, wie informativen Moderation gingen Anke Trautmann und Ralf Waldner immer wieder auf diese grundsätzliche Unterschiedlichkeit ein.

Im Kammermusikunterricht geht es unter anderem auch um die Perfektion des Vortrags und hierfür ist nicht nur die technische Beherrschung eines Musikstückes notwendig, sondern auch das inhaltliche Verständnis. Da ist es wie bei einer Rede. Um die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer sicherzustellen muss ein Redner sein Publikum fesseln. Das ist in der Musik nicht anders. Das schrieb bereits Quantz in einem Schulwerk des 18. Jahrhunderts.

Im Barock hat jedes Stück eine Grundstimmung; einen Affekt. Diesen zu erkennen und in seinem Spiel herauszuarbeiten, darum geht es bei einem guten musikalischen Vortrag. Das ist den jungen Studierenden an diesem Abend durchwegs hervorragend gelungen!

Für musikalisch festliche Stimmung sorgten Triosonatensätze von G.Ph. Telemann, J.J. Quantz, C.P.E. Bach, und J.B. Loeillet. Die vielfältigen Besetzungen sorgten für Abwechslung:

2 Querflöten (Eva und Julia Haydn/ Maria Ulrich und Anke Trautmann), Violine und Querflöte (Sr. M. Felicitas König und Rebekka Sieber), Block- und Querflöte (Susanne Eichler, Julia Haydn). Die Continuobegleitung übernahmen Ralf Waldner und Andreas Schmidt.

Klanglicher Höhepunkt war hier ein Quintett des belgischen Komponisten J.B. Loeillet, für 2 Blockflöten (Birgitta Engelhard/Susanne Eichler), 2 Querflöten (Eva Haydn/Jessica Drzymota) und b.c.

Für den stimmungsmäßigen Kontrapunkt sorgten dann ein langsamer Duosatz für 2 Querflöten von Telemann (Rebecca Fürst/Maria Ulrich), die wunderbaren Variationen über das Lied „Mein junges Leben hat ein End“ des Niederländers Jan Pieterszoon Sweelinck, feinfühlig interpretiert von dem jungen Cembalisten Andreas Schmidt und ein geistliches Konzert von Heinrich Schütz „Einst bitte ich vom Herren“. Die beiden Tenöre David Schlicht und Johannes Pilarski deklamierten den nicht ganz einfachen Text ausdrucksvoll und stimmschön

Zum Abschluss noch einmal alle in Chorformation:

Mit dem Choralsatz von J.S. Bach „Nun danket alle Gott“ ging ein beeindruckender und gut besuchter Konzertabend in der wunderschönen Hedwigskirche zu Ende. Das Publikum bedankte sich bei den Musikern mit herzlichem Applaus.

A.T.

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