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Frühlingsrausch mit Kunststücken

Ein Konzert und drei Kunststücke: Mit ihrem Orchester und Solistennachmittag traf die Berufsfachschule für Musik des Bezirks Oberpfalz (BFSM) beim Publikum ins Schwarze. Dafür wechselte man gerne von Terrasse, Biergarten oder Freibad in den Konzertsaal. Von Anke Schäfer Sulzbach-Rosenberg. Kunststück Nummer eins lag damit auch schon auf der Hand: Entgegen der allgemeinen Veranstaltungsmuffeligkeit an heißen Sommer-Sonntagen regelrechte Publikumsströme nach drinnen zu locken. Für die BFSM dennoch eine der leichteren Übungen, schließlich fanden sich in der Programmauswahl weder schwere Klassik-Brocken noch düstere Tonmalerei oder gar Gewöhnungsbedürftiges für die Ohren.

 

 

Orchesterkonzert 2019

Feines Gespür

Stattdessen reihten sich mit feinem Gespür Perlen der lebensfrohen Leichtigkeit aneinander, was wiederum zum zweiten Kunststück führt: Enorme technische Herausforderungen mit einer scheinbaren Mühelosigkeit zu nehmen, ohne auch nur einen winzigen Moment lang die dahinter stehende Arbeit aufblitzen zu lassen. Ein erstes Beispiel dafür bot Querflötistin Julia Bauer und das knisternde, souverän auswendig dargebotene „Allegro Maestoso“ aus dem G-Dur-Flötenkonzert von Wolfgang Amadeus Mozart. Bratschist Philipp Hartlieb stand dem in nichts nach. Sensibel und mit intensivem Ausdruck interpretierte er Max Bruchs, von großem Gefühl und süßem Schmerz geprägte Romanze für Viola und Orchester. Romantisch blieb es auch mit Pianist Christoph Krottenthaler. Sein Spannungsbogen von sanfter Zartheit bis zur kraftvollen Entschlossenheit verlieh der „Romance“ aus Wolfgang Amadeus Mozarts d-moll-Klavierkonzert feinen, klangschönen Glanz.

Spritzige Erfrischung versprühte Sopranistin Antonia Krämer mit ihrer Arie der Adele aus der „Fledermaus“: Kess, frivol und voll jugendlicher Zielstrebigkeit, eben genauso wie sich Johann Strauß ein Stubenmädchen mit Ambitionen zu Höherem vorstellte.

Getragene Größe

Das BFSM-Sinfonieorchester unter Leitung seines feinsinnigen Dirigenten Dieter Müller trug alle vier Solisten sicher, ausreichend Spielraum für die individuelle Entfaltung inklusive. Die inspirierende Vielfalt, die die Mischung aus BFSM-Studenten, Profis und leidenschaftlichen Laien entfaltete, darf als drittes Kunststück des Konzerts zählen.

Das zeigte sich anschließend auch bei Robert Schumanns Symphonie Nr. 3, mit dem das Orchester um Konzertmeister Thomas Kaes in den alleinigen Fokus rückte. Das erst posthum als „Rheinische“ titulierte Werk offenbart den damals noch voller Optimismus aufs Leben blickenden Komponisten.

Entsprechend strahlend erklingt der erste Satz, wiegend das Scherzo, von optimistischen Klangfarben durchzogen der dritte Satz. Andacht und getragene Größe prägen das „Feierlich“, bevor das bombastische Finale wieder an den Überschwang des Beginns anknüpft. Der musikalische Rausch hielt über den stürmischen Applaus hinaus und belohnte alle, die Freiluft gegen Musikgenuss getauscht hatten.

Verfasserin: Anke Schäfer
Aus: „Der neue Tag“ Kultur & Magazin vom 04. Juni 2019

Bildquelle: Frank Ebel

 

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