• Berufsfachschule für Musik Sulzbach-RosenbergBerufsfachschule für Musik Sulzbach-Rosenberg
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Vor aller Ohren auf dem Prüfstand

Organisten haben es nicht leicht. Einerseits ist da das höchst anspruchsvolle Instrument, andererseits die stets meinungsfreudige Zuhörerschaft.

Beidem ist Sebastian Brandl selbst unter verschärften Prüfungsbedingungen vollauf gewachsen. Sein Konzert in St. Marien setzte ein dickes Ausrufezeichen hinter seine Ausbildung an der Berufsfachschule für Musik des Bezirks Oberpfalz (BFSM).

Dass der gebürtige Sulzbach-Rosenberger in seiner weiteren Karriere musikbezogene Nörgeleien der Gottesdienstbesucher kaum fürchten muss, konstatierte Schulleiter Benedikt Boßle bereits vor Beginn des Konzerts. Stattdessen konnte sich das Publikum, wie vorausgesagt, schlichtweg glücklich schätzen, Sebastian Brandls Kunst an der Rieger-Orgel lauschen zu dürfen.

Die Mehrheit der Zuhörer bestaunte und genoss also den Effekt, von den Klängen des 22-jährigen Organisten aus den Fängen des Alltags gelöst und in die ruhigen, besinnlichen Sphären geistlicher Musik geleitet zu werden. Die mit Steven Heelein (Hochschule für katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik Regensburg), Georg Schäffner (Basilika-Organist Gößweinstein und Brandls Orgellehrer) und der Schulleitung besetzte Jury blieb dagegen pflichtgemäß mit kritischem Ohr am Boden der musikalischen Tatsachen.

Das publikumsfreundliche wie prüfungstaugliche Programm fesselte jedoch alle gleichermaßen mit geschickten Kontrasten und der ganzen Pracht, die Orgelmusik aufzubieten hat. Von Johann Sebastian Bachs Präludium und Fuge in f-moll, die – wie immer beim Großmeister – ihren Klangzauber nur bei perfekter Umsetzung der technischen Brocken entfaltet, ging es ein Jahrhundert weiter zur Orgelsonate c-moll von Josef Gabriel Rheinberger, die Sebastian Brandls variantenreiche Ausdrucksstärke aufscheinen ließ. Der Sprung in die Moderne gelang mit Jean Langlais´ „Incantation pour un Jour Saint“ – eine in der Tat hörbare Beschwörung voller Ungestüm.

Solistisches Brillieren ist allerdings auch für Organisten nur die halbe Miete. Sebastian Brandl erwies sich darüber hinaus als einfühlsamer, auf den Punkt präziser Begleiter des BFSM-Vokalensembles mit Elisabeth Daudrich, Barbara Strasser, Stefanie Fischer, Antonia Krämer, Kassandra Wilczek, Apollonia Schmidt und Maria Siegl. Unter Leitung von Ursula Kohlhäufl-Steffl hatten sie Gabriel Faurés einstimmiges „Ave Maria“ und sein zweistimmiges „Ave Verum“ für den gemeinsamen Vortrag einstudiert und damit die Abschlussprüfung mit zwei weiteren Glanzpunkten bereichert. Dass zudem auch die ansprechende und informative Gestaltung des Programmflyers zur umfassenden Ausbildung der angehenden Profis gehört, versteht sich bei der BFSM ohnehin von selbst.

 

Brandl

Das Vokalensemble der Berufsfachschule für Musik unterstützte Organist Sebastian Brandl bei seiner Abschlussprüfung in St. Marien. Bild: aks

Pflaum 2019 001

Die BFSM-Absolventen (von links) Philipp Hartlieb, Johannes Pflaum und Julia Bauer bieten ein umjubeltes Abschlusskonzert. Bild: aks

Abschied mit Bravourstücken

Absolventen der Berufsfachschule für Musik stellen sich öffentlicher Abschlussprüfung

Bevor Klarinettist Johannes Pflaum demnächst ein neues musikalisches Lebenskapitel an der Hochschule für Musik in Nürnberg aufschlägt, verabschiedete er sich von seiner bisherigen Wirkungsstätte, der Berufsfachschule für Musik des Bezirks Oberpfalz (BFSM), mit einem beeindruckend schönen Konzert.

Dass der Auftritt gleichzeitig eine Prüfung war, fiel dabei überhaupt nicht ins Gewicht. Allein der guten Ordnung halber erläuterte Schulleiter Benedikt Boßle zu Beginn einige Regularien. Dazu zählte auch die unübliche Tatsache, dass sich Querflötistin Julia Bauer und Bratschist Philipp Hartlieb mit auf die öffentliche Prüfungsbühne gesellten. Als Absolventen der zweijährigen Ausbildung hätten sie ihre Abschlussprüfung auch hinter verschlossenen Türen bestreiten können.

Für das Publikum und die vom staatlichen Prüfungsbeauftragten Steven Heelein, der Schulleitung und den jeweiligen Fachlehrern gebildete Jury war diese beherzte Entscheidung definitiv ein Gewinn. Insbesondere da man sonst um die kostbaren drei Stücke für Klarinette, Viola und Klavier (Johanna Hennig) von Max Bruch gebracht worden wäre, die in ihrer sanften, dunklen Schattierung nur so dahin schmolzen und ein tiefes Bedauern darüber hinterließen, dass es so schnell zu Ende war.

Mit seiner stimmigen wie variantenreichen Programmauswahl lockte Johannes Pflaum aber auch schon zuvor seine Zuhörer aus der starren Konzert-Routine. Die auf einen klassischen und sehr wohlklingenden Klarinetten-Konzert-Klassiker von Carl Stamitz folgende Referenz an den britischen Komponisten und Oscar-Preisträger Malcolm Arnold war kaum verklungen als spontaner Zwischenapplaus für die klarinettistischen Bravourstückchen anhob.

Julia Bauer, die den Abend eröffnete, setzte auf einen chronologischen Bogen. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Florian Popp am Cembalo hauchte sie Johann Sebastian Bachs e-moll-Sonate schwebende Lebhaftigkeit ein. Diese erfrischende Grundhaltung prägte auch den anschließenden Ausschnitt aus dem G-Dur-Flötenkonzert von Wolfgang Amadeus Mozart, den Johanna Hennig pianistisch ergänzte. Ihre ausgereiften musikalischen Fertigkeiten unterstrich sie mit den Herausforderungen der Sonate für Flöte und Klavier von Paul Hindemith.

Sein inniges Gespür für die besondere Tonschönheit der oftmals leicht stiefmütterlich wahrgenommenen Viola zelebrierte Philipp Hartlieb nicht nur bei Bruch. In quasi nahtloser Fortsetzung dieses Dialogs der melancholischen Sanftmütigen ließ er Carl Philipp Emanuel Bachs Sonate für Viola und obligates Cembalo (diesmal Klavier) erklingen und eröffnete mit Rebecca Clarkes 1919 entstandener Sonate für Viola und Klavier weitere, spannende Facetten des speziellen Bratschen-Kosmos.

Bild- und Textquelle: Sulzbach-Rosenberger Zeitung aks

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